Der Friedhof von Saint-Privat, 10. August 1870.

Der Friedhof von Saint-Privat, 10. August 1870.

Lieu de conservation : musée de l’Armée (Paris)
site web

Date représentée : 18 août 1870

H. : 118

L. : 190

Öl auf Leinwand.

© Paris - Musée de l'Armée, Dist. RMN - Grand Palais - Photographe inconnu

06-518765 / 14628 ; Ed 347

Der Friedhof von Saint-Privat

Date de publication : Mars 2016

Auteur : François ROBICHON

Der am 19. Juli 1870 erklärte Deutsch-Französische Krieg findet in zwei Phasen statt: Die erste unter der Heeresleitung von Napoleon III. bis zur Niederlage von Sedan am 31. August 1870, wo Letzterer gefangengenommen wird

Die vom Künstler ausgewählte Episode, die sich auf Zeugenberichte von Offizieren der Schlacht bei Saint-Privat (auch Schlacht bei Gravelotte genannt) stützt, ist der entscheidende Moment, an dem der Verlauf des Gefechts entgültig zugunsten des Feindes umschlägt. Der Friedhof von Saint-Privat ist der letzte Widerstandsherd des in Flammen stehenden Dorfes, in das die sächsischen Regimentskolonnen vordringen. Das Tor ist bereits eingerannt, und die letzten Soldaten, welche die Stellung hielten, sind gefallen. Die Kämpfe waren so heftig, dass der Boden von toten und verwundeten Soldaten übersät ist, während mehrere verwundete, entwaffnete Soldaten entlang einer Friedshofsmauer stehen. Mehrere Motive des Gemäldes hat Alphonse de Neuville aus seinen vorherigen Kompositionen entlehnt, insbesondere das Tor als dramatischer Darstellungsraum, aber auch die außer Gefecht gesetzten Soldaten, deren Heroismus sinnlos geworden ist. Auch richtet der Künstler sein Augenmerk insbesondere auf die Darstellung der Leichen. Er gehört der ersten Generation von Schlachtenmalern an, die tatsächliche Leichen malen und auf konventionelle Heldenposen verzichten.


Alphonse de Neuville hat das Dorf, das damals zum deutschem Gebiet gehörte, vor Ort gezeichnet. Bei der endgültigen Komposition vergrößerte er den Abstand zwischen dem Friedhof und den Häusern am Dorfplatz. Das stellenweise vom Schein der Feuersbrunst aufgehellte Dämmerlicht ist perfekt wiedergegeben.

Alphonse de Neuville, der in erster Linie durch sein Gemälde Die letzte Patrone (1873) (die Darstellung einer Episode der Schlacht bei Sedan) bekannt ist, spezialisierte sich auf Bilder, in denen der unglückselige Heroismus der französischen Truppen während dieses Krieges verherrlicht wird: „Ich möchte unsere Niederlagen so darstellen, dass das Ehrenhafte, das sich für uns daraus ergab, deutlich wird; ich glaube, das ich damit unseren Soldaten und unseren Militärchefs Ehre erweise und ihnen Mut für die Zukunft gebe.“ – „Egal was gesagt wird, wir wurden nicht ruhmlos geschlagen, und ich glaube, dass es gut ist, dies zu zeigen!“ (Brief von Alphonse de Neuville an den Kunstkritiker Gustave Goetschy, 1881).


Der Friedhof, der als letzter Widerstandsort ausgewählt wurde, und die großformatige Darstellung (235 x 341 cm) verstärken die symbolische Bedeutung des Werks. Alphonse de Neuvilles Gemälde weckte starke Gefühle unter dem französischen Publikum, das mit der Erinnerung einer Niederlage und einer Erniedrigung lebte. Doch der patriotische Aspekt seines Gemäldes darf seine künstlerischen Qualitäten, die bei der „Inszenierung“ der Kriegsszene sowie bei der Landschaftsdarstellung eindeutig zum Ausdruck kommen, nicht vergessen lassen.

Philippe CHABERT, Alphonse de Neuville, l’épopée de la défaite, Paris, 1979.Bernard GIOVANANGELI, Eric LABAYLE, Jean-François LECAILLON, Henri ORTHOLAN, 1870. Les soldats et leurs batailles, Paris, 2006.François ROBICHON, L’armée française vue par les peintres, 1870-1914, Paris, 1998.Lt-Colonel ROUSSET, Histoire générale de la guerre franco-allemande (1870-1871), Paris, sd. [1910].

François ROBICHON, « Der Friedhof von Saint-Privat », Histoire par l'image [en ligne], consulté le 16/08/2022. URL : histoire-image.org/node/6774

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